Vereint im Widerstand

– Solidarität mit Dimitris Koufontinas –



Damals im Jahr 1981, vor genau 40 Jahren, im Herzen dessen, was vom ehemaligen Britischen Weltreich übriggeblieben war, führte eine strenge Herrscherin namens Margaret Thatcher die Ideologie des Neoliberalismus auf dem europäischen Kontinent ein. Diese Ideologie sollte die neue Theologie des Spätkapitalismus werden und sich über den ganzen Planeten ausbreiten, aber zuerst würde sie ihre Unbarmherzigkeit jedem klar machen, der versuchen könnte, sie herauszufordern. Die toten Körper von zehn irischen Gefangenen im Hungerstreik, unter ihnen der berühmte Bobby Sands, waren das Schaufenster eines Systems, das seine eigenen Gesetze ohne Mühe ignoriert.



Griechenland

Heute erleben wir wieder die gleiche Geschichte, in der eine neoliberale Regierung einem Gefangenen, der sich in der Vergangenheit gegen dieses Unrechtssystem gewehrt hat, seine Rechte verweigert. Dimitris Koufontinas, ein inzwischen alter Mann, Mitglied der Stadtguerillagruppe 17. November und seit 2002 inhaftiert, steht nach einem 53-tägigen Hunger- und achttägigen Durststreik kurz vor dem Tod. Es sieht so aus, als würde er in den nächsten 24 Stunden sterben. Seine einzige Forderung ist die Verlegung in die für ihn gebaute Gefängniszelle, in der er 19 Jahre seiner Haftstrafe verbracht hat.



Türkei

Nicht weit von Griechenland entfernt, in den Gefängnissen des türkischen Staates und des faschistischen AKP/MHP-Regimes von Diktator Erdogan, befinden sich seit November 2020 hunderte politische Gefangene, Mitglieder der PKK und PAJK, im Hungerstreik. Ihr Ziel ist es, die Isolation von Abdullah Öcalan zu beenden und ihre eigenen Überlebensbedingungen in diesen Höllenlöchern zu verbessern.

Inmitten einer Pandemie, die universell alle im letzten Jahrhundert mit Schmerz und Blut erkämpften Menschenrechte in Frage stellt, stehen wir vor einem gewaltigen Kampf. Unsere Herausforderung besteht nicht zuletzt darin, nicht zu verzweifeln und den Kampf unter den Bedingungen eines futuristischen Totalitarismus, geprägt von Zensur, Gewalt, Kriegsführung, Armut und Wahnsinn aufzunehmen.

Der Tod von Dimitris Koufontinas wäre ein großer Verlust für den revolutionären Widerstand. Aber es ist der Wille und die Entschlossenheit von Dimitris Koufontinas, die er in sich trägt und die viele andere Genossinnen und Genossen in der Vergangenheit in sich trugen, die für uns eine Quelle der Kraft und der Stärke sind und die uns dazu bringen, darauf zu beharren, Mensch zu sein und Widerstand zu leisten. Sein ganzes Leben lang ist Dimitris seinem antiimperialistischen Paradigma und seinem Kampf für eine freie, befreite Gesellschaft treu geblieben, auch heute. Sein Widerstand verkörpert den gleichen revolutionären Geist wie der Massenhungerstreik der Freiheitsbewegung Kurdistans im Jahr 2019, und beide sind helle Lichter im Fluss des demokratischen Kampfes, der immer gegen die Angriffe der staatlichen Zivilisation und der kapitalistischen Moderne gekämpft hat. Wir ehren Dimitris für sein klarsichtiges und lebenslanges revolutionäres Engagement und seine Disziplin. Wie die Gefallenen der kurdischen Freiheitsbewegung weiß er, dass Widerstand Leben ist, und er liebt das Leben so sehr, dass er bereit ist, dafür zu sterben.

Wir rufen alle auf, einen entscheidenden Schritt zu tun, denn es ist nie zu spät!

RiseUp4Rojava Koordination,

01.03.2021